EU-Life-Projekt „Renaturierung von Fluss, Altwasser und Auenwald an der Mittleren Elbe”
Laufzeit: 1999-2001
Ziel: Anbindung des von der Elbe abgetrennten Altarmes „Kurzer Wurf“
Das Projektgebiet befindet sich in der Kliekener Aue (Landkreis Wittenberg) und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Hervorzuheben ist insbesondere die Bedeutung des Gebietes für Arten und Lebensgemeinschaften der großen Flussauen, vorrangig für Gefäßpflanzen, Elbebiber, Vögel, Fische, Heuschrecken und Libellen. Die hohe Artenvielfalt mit einer hohen Anzahl seltener und gefährdeter Arten ist ein Indikator für die trotz einiger anthropogener Überformungen sehr vielfältige Strukturausprägung des Untersuchungsraumes.
Durch aufeinander abgestimmte Maßnahmenkomplexe wurde das Gebiet ökologisch aufgewertet. Die Maßnahmen umfassten die Anbindung einer abgetrennten Flussschlinge der Elbe an den Flusslauf, Entschlammung eines stark verlandeten Altwassers und Umwandlung landwirtschaftlicher Nutzfläche des umliegenden Bereichs in Wald.
Als eines der Ziele des EU-Life-Projektes war die Öffnung der unterbrochenen
Verbindung des Altarms "Kurzer Wurfes" zur Elbe vorgesehen.
Altwässer gehören zu den auentypischen Strukturen. Sie werden auch als Altarme bezeichnet, da diese Kleingewässer in der Vergangenheit durch Flussbettverlagerungen der Elbe und damit verbundenen Ablagerungen entstanden. Da der Flusslauf der Elbe infolge ihres Ausbaus als Wasserstraße festgelegt wurde, können Altwässer in der heutigen Zeit praktisch nicht mehr entstehen. Durch den Prozess der Sukzession verschwinden zudem die noch vorhandenen Altwässer.
Ausgangssituation
Der "Kurze Wurf" wurde von 1931 bis 1934 zur Verbesserung der Bedingungen
für die Flussschifffahrt von der Elbe abgetrennt. Damit verlor er
weitgehend seinen Flusscharakter mit vielfältigen Auswirkungen auf die
Strömungsverhältnisse, die Gewässergüte und insbesondere die Strukturgüte.
Dies hatte wiederum nachhaltige Auswirkungen auf Fauna und Flora in und an
diesem Gewässerabschnitt. Die Abtrennung erfolgte durch Schaffung eines
neuen Flussbettes und Verbau eines Teiles des alten Wasserlaufes mit
anschließender Teilverfüllung bis oberhalb des mittleren Hochwassers. In späteren Jahren wurde das bereits verfüllte Flussbett nochmals mit Baggergut aus der Elbe bzw. Kies und Sand von den Einlauföffnungen des Kraftwerks Vockerode überdeckt.
Aus dem weitestgehend geschlossenen System des Stillgewässers sollte durch die Wiederanbindung an die Elbe ein offenes, auentypisches Fließgewässer mit natürlicher Flussdynamik entstehen. Wesentliche Veränderungen des Ökosystems und dadurch eine Verbesserung der Lebensbedingungen für auentypische gewässergebundene Organismen und Organismengruppen wurden erwartet.
Beschreibung des Vorhabens
Bei der Herstellung der Verbindung vom "Kurzen Wurf" und Elbe wurden Möglichkeiten einer Beschränkung auf befestigte Zwangspunkte geprüft, um dem neu entstehenden Gewässer einen weitestgehend landschaftstypischen und naturnahen Charakter zu verleihen. Dabei wurde die Anlage eines Gerinnes mit Grundschwelle geplant, durch das bei bestimmten Pegelständen Wasser aus der Elbe in den "Kurzen Wurf" fließt.
