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Insekten:

Unter den unüberschaubaren Anzahl an Wirbellosen besiedeln die Insekten als Teil der Gliedertiere alle verfügbaren Lebensräume. Selbst innerhalb der Gruppen, die dem Laien wenigstens vom Habitus her bekannt sind, erreicht die Artenzahl leicht mehrere hundert Arten.

Nur drei Arten können deshalb als Beispiele für die außerordentliche Vielfalt an Lebensstrategien angeführt werden.

Schwarzblauer Bläuling: Die formenreiche Gruppe der Bläulinge enthält eine Vielzahl ästhetisch sehr ansprechender Arten, die teilweise auch eine sehr interessante Fortpflanzungsstrategie auszeichnet. Zu den obligatorisch an Wirtsameisen (Rasenameisen) gebundenen Bläulingsarten zählt der Schwarzblaue Bläuling, ein ursprünglich an artenreiche Feuchtwiesen angepasster Falter. Mit dem infolge Biotopverlust verbundenen Wechsel in die von Hochwasser beeinflusste Aue war er diesem Risiko besonders ausgesetzt. Seit 2002 sind demzufolge viele ehemals bekannte Fluggebiete in der Elbaue zwischen Dessau und der Saalemündung aufgegeben worden. Aktivitäten zur Wiederansiedlung sind im Biosphärenreservat unter Berücksichtigung der komplizierten Wirtsorganismen, wie der Pflanze Großer Wiesenknopf und den Wirtsameisen in Vorbereitung.

Der Schwarzblaue Bläuling wird in den Anhängen II und IV der FFH-RL geführt. Der Falterist noch in den letzten Jahren an mehreren Fundorten beobachtet worden, wobei sich die Flugplätze in der Elbe-Mulde-Region konzentrieren. Maculinea. nausithous befindet

sich hier an der Nordgrenze des Verbreitungsgebietes. Die Lebensräume im Landschaftsraum Elbe sind Teil des FFH- Gebietes „Dessau-Wörlitzer Elbauen“ bzw. „Untere Muldeaue“. Feuchtwiesen an Bächen und Gräben und Moorränder sind der bevorzugte Lebensraum. Voraussetzung ist das Vorkommen des Großen Wiesenkopfes Sanguisorba officinalis.

Gefährdet wird die Art durch Trockenlegung und Umbruch feuchter Wiesen, Aufforstungen, vermehrte Düngung und Mahdtermine zu Zeiten der Eiablage und Entwicklung der Jungraupe im Juli und August.

Heldbock und /oder Hirschkäfer:

Beide Arten gehören zweifellos zu den eindrucksvollsten Erscheinungen unter den Insekten, nicht nur in Mitteleuropa, sondern weltweit und können es durchaus als Goliaths unter der heimischen Tierwelt mit tropischen Käferarten aufnehmen.

Beide Arten gehören zur Familie der Bockkäfer, die ein mehrjähriges Larvenstadium in alten Laubbäumen durchlaufen. Die Ablage der Eier erfolgt nur dann, wenn alle für die Larvenentwicklung notwendigen Ressourcen erfüllt sind. Baumart, Alter des Baumes, Zustand, Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung, Feuchtegrad usw. Es versteht sich von selbst, dass infolge des Einschlages alter, ertragreicher Bäume das Angebot an geeigneten „Überhältern“, also Bäumen mit einem Alter von mindestens 120- 150 Jahren, zurückgegangen ist. Im Biosphärenreservat wurde nach Inkrafttreten der Natura2000- Richtlinien die Anzahl aller vom Heldbock befallenen Bäume erfasst. Auf die Bedeutung des Elbtales und angrenzender Bereiche für diese, vom Aussterben bedrohte Art weist u.a. die Zahl der Brutbäume hin. Davon  sind etwa 1.500 von den Mitarbeiter der Naturwacht gezählt worden.

Der Hirschkäfer benötigt Stiel- und Traubeneichen, die sich in der Altersphase befinden und die Verwundungen aufweisen. An diesen Stellen tritt Saft aus den Leitbündeln, der für beide Geschlechter Lockstoff darstellt. An solchen stattlichen Eichen kann man mitunter die Paarungskämpfe der männlichen Hirschkäfer um die sich ebenfalls einfindenden Weibchen beobachten, wobei das bei den Männchen aus den Mandibeln gebildetet Geweih sehr geschickt beim Rivalenkampf eingesetzt wird. Auch der Hirschkäfer hat im Biosphärenreservat eine stattliche Individuenzahl aufzuweisen, was die Bedeutung für diese in Europa und Asien seltene Art erneut unterstreicht.

Beide großen Käferarten sind verständlicherweise nicht die besten Flieger, weil das Verhältnis zwischen  Körpermasse und Flügelfläche schon an die Grenze physikalischer Gesetze stößt. Ganz anders verhält es sich mit anderen Insektengruppen, z. B. den Libellen. Diese farbenprächtigen Wasserinsekten fallen durch enorme Flugleistungen auf, Schnelligkeit, Wendigkeit und Präzision sind unübertroffen. Neben weit verbreiteten Libellen- Großlibellen wie Kleinlibellen- gibt es Arten, die auf bestimmte Flusssedimente angewiesen sind und auch anspruchsvoll hinsichtlich Wassergüte sind. Dazu zählen die Flussjungfern- leuchtend grün oder gelb gefärbte Großlibellen. Die Grüne Flußjungfer, eine vor Jahren noch sehr seltene Art der von Kies und Sand geprägten Buhnenfelder der Elbe, hat in den letzten Jahren in erstaunlicher Schnelligkeit alle geeigneten Fließgewässer wiederbesiedelt. Die mehrjährigen Larven leben im Feinsubstrat und weiden die Fauna im Sandlückensystem ab.

 

Dunkler-Wiesenknopft-Ameisenbluling (Maculinea nausithous)  
Heldbock  
Hirschkfer  
Brauner Waldvogel  
Vierfleck Libellula quadrimaculata  
Plattbauch (Libellula depressa) mnnchen  
Sdliche Mosaikjungfer ( Aeshna affinis)  
Schillerfalter  
 
 
 
Signet UNESCO MaB