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Elbehochwasser 2002

Die Hochwässer an der Elbe treten oft durch intensiven Regen oder intensive Schneeschmelze auf. Im August 2002 sorgte das Tiefdruckgebiet „Ilse“ für eine extreme Wetterlage, die so genannte 5b-Wetterlage. Feuchte Mittelmeerluft zog an den Ostalpen in Richtung Böhmen und Sachsen. Im Erzgebirge fielen flächendeckende Starkniederschläge, die auf einen Wasser gesättigten Boden trafen. So wurden 312 l/m² Regen auf der Wetterstation in Zinnwald gemessen. Die mehrstündigen Niederschläge tropischen Ausmaßes verwandelten die Nebenflüsse der Oberen Elbe in kürzester Zeit in Ströme, die Bahndämme, Straßen, Brücken und Häuser mit sich rissen. So schwoll der Bach „Wilde Weißeritz“ in wenigen Stunden auf das 120-fache des üblichen Abflusses an. Die Dresdner Altstadt, ursprünglich Teil des Elbe-Flussbetts, wurde überflutet. Als sich die Situation entspannte, kamen von der Elbe weitere Wassermassen von Böhmen nach Sachsen. In Dresden wurde am 17.08.2002 der höchste gemessene Pegelwert von 9,40 m erreicht. Durchschnittlich liegt der Wert hier bei 2 m. Teile der historischen Dresdener Altstadt waren über mehrere Tage überflutet. Täglich wurden weitere Dammbrüche bei Dörfern und Städten des Oberlaufes gemeldet.

Dessau war ebenfalls vom Hochwasser betroffen. Die Mulde, ein Nebenfluss der Elbe, hatte sich durch diese extremen Niederschläge im Erzgebirge in einen reißenden Strom verwandelt. Die Flut zog nach Dessau, dem Mündungsgebiet der Mulde in die Elbe. Die Mulde konnte wegen des Hochwassers der Elbe nicht ausreichend abfließen und staute sich zurück. Dämme brachen und setzen den Stadtteil Dessau-Waldersee unter Wasser. Ein Dammbruch an der Mulde, der zur unkontrollierten Flutung des Tagebaurestlochs Goitzsche führte, brachte Entspannung. Das Tagebaurestloch Goitzsche nahm 44 Millionen m³ Muldewasser in wenigen Tagen auf, eine kontrollierte Flutung war ursprünglich in einem Zeitrahmen von 10 Jahren geplant gewesen.

Die Hochwassersituation entschärfte sich unterhalb von Dessau. Hier konnten Elbauenwälder des Biosphärenreservates einen Teil des Hochwassers aufnehmen. Zudem brachte die Saale kein weiteres Hochwasser in die Elbe. Das Pretziener Wehr wurde geöffnet und brachte der Domstadt Magdeburg Entspannung. Große Teile des Elbewassers wurden um die Magdeburg herumgeleitet. Die Öffnung des Wehres brachte die wesentliche Senkung des Hochwasserspiegels.

Bei Neuwerben ergossen sich 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kontrolliert erstmals in die Havelpolder. Der Spiegel der Elbe sank für mehrere Tage. Davon profitierten die Prignitz, die flussnahen Regionen Sachsen-Anhalts, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins.

Überdurchschnittlich starke Regenfälle waren die Ursache des Elbehochwassers. Die Schadensbilanz hätte ohne frühere wasserbauliche Eingriffe in Fluss und Aue weniger erschreckend ausfallen können. Die Elbe ist auf deutschem Gebiet fast durchgehend begradigt und eingedeicht. Über 80 % des natürlichen Retentionsvermögens (2,4 Mrd. m²) gehen so verloren. Straßen, Wohngebiete und Gewerbegebiete stehen direkt in den Flussauen. Die Abholzung des Waldes in den Kammlagen des Erzgebirges in frühindustriellen Zeiten sowie die Schädigung der Bergwälder durch Umweltbelastungen zählen zu weiteren Gründen für die extremen Folgen des Elbehochwassers.

Die Hochwasserschäden nur in Sachsen-Anhalt betragen ca. 2 Mrd. Euro Sachschäden,  87,5 Mio. Euro Schäden an Hochwasserschutzanlagen. Ca. 60.000 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Signet UNESCO MaB