Internationale Forschung
Die Pflege und Schutz von Fluss-Auensystemen:
eine Vergleichstudie zwischen dem Biosphärenreservat Mittelelbe und dem "Lower Wisconsin State Riverway"
Flussauen werden von Menschen besiedelt, bewirtschaftet oder anderweitig genutzt. Daher können traditionelle Schutzmodelle, welche sich nur auf menschenleere Gebiete beziehen (z. B. das Nationalparksystem der USA), nicht angewendet werden. Bei Fluß- und Auenschutzstrategien müssen die menschlichen Belange und den Menschen auch beachtet und mit einbezogen werden.
Ziel einer Doktorarbeit ist es, zu dem Wissen und Kenntnisse über die Problematik Fluß- und Auenschutz beizutragen. Gestützt auf die Theorie des "Ecosystem Managements" und an Hand zweier Fallstudien von Schutzgebieten, die in Flusssystemen liegen, wird beabsichtigt, die Besonderheiten und Erfordernisse von Fluss- und Auenschutz herauszuarbeiten.
Die zwei Schutzgebiete, die für die Fallstudie benutzt werden (das Biosphärenreservat Mittelelbe und das "Lower Wisconsin State Riverway"), sind in den letzten Jahrzehnten entstanden. Das Ziel beider Schutzgebiete ist es, die Erfordernisse der Natur und des Menschens in ihre Schutz- und Entwicklungskonzepte einfließen zu lassen und nach Möglichkeit beide Interessen miteinander, zu vereinen. Allerdings basieren die jeweiligen Verwaltungen auf verschiedenen Managementmodellen. Es wird angestebt, diese beiden Modelle und die damit verbundenen Erfahrungen zu vergleichen und auszuwerten.
1. Das Biosphärenreservat Mittelelbe (BRME)
Das BRME erstreckt sich 303 Flusskilometer entlang der mittleren Elbe und umfasst auch die Untere Mulde und die Mündung der Saale. Insgesamt sind 125.000 ha geschützt. In Vergleich zu anderen großen Flusslandschaften in Europa, ist die Elbaue relativ naturnah geblieben. Sie umfasst u.a. den größten Auenwaldkomplex in Mitteleuropa. Das BRME ist entsprechend dem von der UNESCO entwickelten Biosphärenreservatmodell konzipiert, welches gleichzeitig den Schutz der Natur und die nachhaltige Nutzung der Landschaft anstrebt. Zur Umsetzung dieser Konzeption wurde das Gebiet in vier Schutzzonen gegliedert: eine Kernzone, eine Pufferzone, eine Entwicklungszone, und eine Regenerationszone.
2. The Lower Wisconsin Stute Riverway (LWSR)
Das LWSR ist ein Schutzgebiet am unteren Wisconsin, einem Nebenfluss des Mississippi im US-Staat Wisconsin. Dieses Teil des Wisconsins gilt als längster freifließende Fluss im Mittleren Westen der USA. Der Fluss und seine Auen sind weitgehend naturnah und umfassen artenreiche Auenwälder und Wiesen. Das LWSR erstreckt sich von Prairie du Sac, wo sich der letzte Staudamm befindet, bis zur Mündung in den Mississippi und umfasst etwa 38.000 ha. 1989 wurde das heutige Schutzgebiet ausgewiesen. Das dort angewandte Modell ist aus der Zusammenarbeit von Staat, Forschern, lokalen Eigentümern und Interessengruppen entstanden. Schwerpunkt des Schutzplanes ist, den naturnahen Charakter der Tallandschaft zu schützen. Andere Ziele sind Natur- und Artenschutz sowie die Entwicklung bzw. Förderung eines Erholungsgebietes. Brack Hale ist Doktorand an der Universität Wisconsin-Madison (USA), Institute for Environmental Studies(Institut für Umweltstudien). Er studierte bei Herrn Professor Doktor Michael Adams und wurde von der Universität, vom National Science Foundation, und vom DAAD gefördert.