Forschung im Biosphärenreservat Mittelelbe

Forschung ist verflochten mit dem Monitoring, wobei ersteres generalisierend und wertfrei ist.  Forschung einerseits ist Grundlage für Monitoring als Zustandsbewertung und steht andererseits aber auch der Interpretation und Auswertung in viel umfangreicherem Maße zur Verfügung. Genannt sei an dieser Stelle ein Beispiel aus dem Bereich der Umweltforschung, das sich dem Phänomen der Einbürgerung neuer Arten widmet.

Die wissenschaftlich belegte Verschiebung der Klimazonen in den letzten Jahrzehnten gestattet Arten aus vorwiegend südlichen Regionen das Vordringen in Gebiete, die bisher nicht besiedelt werden konnten. Unter Neobiota werden diese Gilden von Pflanzen, Tieren, Pilzen oder Bakterien zusammengefasst, wobei Neozoen für bisher hier unbekannte Tierarten, Neophyten  gleichbedeutend für Pflanzen, steht.  Welche Rolle nehmen sie in etablierten Lebensgemeinschaften ein, wie erfolgt das Eindringen, welche heimischen Arten werden verdrängt, ergeben  sich daraus notwendige Bekämpfungsmaßnahmen, um die standorttypischen Arten und ihre Lebensräume zu erhalten?

Fragen solcherart sind nicht nur ökologisch-biologisch interessant, sondern können auch im Falle von Vektoren, die Krankheiten übertragen,  medizinische oder ökonomische Konsequenzen erforderlich machen . Diese Erkenntnisse setzen immer voraus, dass das Arteninventar bekannt ist, also durch Freilandforschung das Vordringen einer neuen Art im Gebiet dokumentiert wird. Im Biosphärenreservat sind in jüngster Zeit Neubürger in alle Lebensräume vorgedrungen, die Dokumentation ihrer Dynamik oder Statik ist beispielsweise Teil  einer umfangreichen ökologischen Forschung. 

Forschung im Biosphärenreservat beschränkt sich nicht auf Pflanzen und Tiere, sondern umfasst auch die Erhebung sozioökonomischer Grundlagen. Der Bogen reicht von den Fragestellungen  zur Rezeption von Landschaftswahrnehmung und der Herausbildung regionaler Identität der im Territorium des Großschutzgebietes lebenden Bevölkerung. Das Biosphärenreservat Mittelelbe war von 2009 bis 2012   für eine umfangreiche Analyse   des Instituts für Geographie und Geologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald als Referenzgebiet ausgewählt worden.

Mit  den Untersuchungsergebnissen hat die Verwaltung ein Instrument in die Hand bekommen, die Resonanz ihrer Aktivitäten in Wahrnehmung und Einschätzung innerhalb der im Gebiet ansässigen Einwohner zu ermitteln. Die Studie ist von landesweiter Bedeutung, weil die mittels standardisierter Methoden erhobenen Grundlagen auf ähnliche Fragestellungen in allen Schutzgebieten Deutschlands angewandt  werden können.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe partizipierte in unterschiedlichem Maße  in den letzten Jahren  von den Forschungseinrichtungen

  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle
  • Hochschule Anhalt
  • Bundesamt für Gewässerkunde
  • Bundesamt für Naturschutz

Begehrter Partner für Hochschulen und Universitäten ist das Biosphärenreservat darüber hinaus bei der Anfertigung von Bachelor- Master- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen. Im Gegenzug komplettieren die seitens der Verwaltung bereitgestellten Informationen zu den sehr unterschiedlichen  Themen der  Examensarbeiten den Fundus unserer Fachbibliothek in der Verwaltung. Schließlich werden im Abstand von wenigen Jahren realisierte Forschungsvorhaben und interessante Untersuchungsergebnisse der beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen  in öffentlichen Foren vorgestellt.

Schließlich werden im Abstand von wenigen Jahren die gelaufenen Forschungsvorhaben und Untersuchungsergebnisse der Autoren öffentlich vorgestellt.

PDF- Vorträge zum Download

  1. Vortrag: Dauerbeobachtungsflächen zur Dokumentation der Entwicklung von Weichholzauenbeständen an der mittleren Elbe,
    Frau Kerstin Reißmann, Büro Salix

  2. Vortrag: Effizienzkontrolle von Sanierungsmaßnahmen an der Alten Elbe bei Klieken mittels biotischer und abiotischer Parameter,
    Herr G. Warthemann, LPR Reichhoff gbR Dessau Herr S. Guttmann, FH-Anhalt
     

  3. Vortrag: Dauerbeobachtungsflächen zum Gewässermonitoring mittels Wasserpflanzen an der unteren Mulde, 
    Herr G. Warthemann

  4. Vortrag: 4 Forschung Ergebnisse des Monitorings im BRME - Artendiversität in der Kronenschicht - Bedeutung des Lebensraumes für xylobionte Käfer,
    Herr Dr. Volker Neumann, Lieskau

  5. Vortrag: Leitfaden zur naturschutzverträglichen Grünlandbewirtschaftung,
    Frau Sandra Dullau

  6. Vortrag: Sandsilberscharte auf Dünenstandorten im BRME,
    Herr Florian Kommraus, FH-Anhalt

 

 

 

Mulde bei Dessau. Foto M. Pannach  
Sicherung des Kartierers. Foto: Archiv BR ME