Pflanzen und Tiere der Aue


Auen sind Gebiete, in denen zu bestimmten Zeiten eine flächenhafte Überflutung eintritt. Sie sind dem Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser unterworfen. In unserem Gebiet blieben die größten zusammenhängenden Hartholzauenwälder Mitteleuropas erhalten. Die Pflanzen- und Tierwelt der Auen ist den wechselnden Wasserständen angepasst. In den häufiger und länger überfluteten Weichholzauen dominieren Weiden, die durch ihre Elastizität dem strömenden Wasser widerstehen können. In der seltener und kürzer überfluteten Hartholzaue dominieren Stieleichen, Feldulmen und Feldahorn. Durch Deich- und Flussausbau sind die Auen und ihre Wälder stark zurückgedrängt worden. Mehr als dreiviertel des Auenwaldes an der Elbe befinden sich im Biosphärenreservat.
Der vielgestaltige Lebensraum ermöglicht zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ihre Existenz. Insgesamt sind über 1.000 verschiedene Pflanzenarten registriert worden. Die Pflanzenwelt des Biosphärenreservates ist geprägt von den weiten Auenwäldern, den Auenwiesen, der Wasser- und Sumpfvegetation der Altwässer, der Ufervegetation der Flüsse sowie den Trocken- und Magerrasen der Dünen. Ebenso mannigfaltig ist die Tierwelt. Über 50 Säugetierarten sind nachgewiesen. Von der Gruppe der Wirbellosen fallen besonders die mit mehr als 700 Arten nachgewiesenen Schmetterlinge auf. Die Libellen sind mit etwa 50 Arten vertreten. 200 Bienenarten wurden nachgewiesen. Mindestens 315 Arten Laufkäfer, 150 Wasserkäfer, 120 Bockkäfer- und 125 verschiedene Wasser u. Landschnecken finden hier Lebensraum. Die Auenlandschaft ist ein idealer Lebensraum für die artenreiche Vogelwelt. Neben über 179 Brutvogelarten finden wenigstens 100 weitere Vogelarten hier ein Rast-, Nahrungs- und Überwinterungsgebiet. Der Elbebiber – dem Aussterben nahe gewesen – fand nach dem zweiten Weltkrieg hier sein letztes Rückzugsgebiet. Der Bestand konnte sich inzwischen auf etwa 1.200 Tiere im Biosphärenreservat erholen.