Projekt Elbe-Auenwaldökologie

Bislang gibt es kaum Konzepte zur naturnahen und naturschutzgerechten Behandlung der einmaligen und sensiblen Auenwaldbestände an der Elbe. Zahlreiche Baum- und Straucharten sowie ein besonders vielfältiger Bestandsaufbau konnte nachgewiesen werden. Da Auenwälder meist auf Bruchteile ihrer ursprünglichen Flächen zurückgedrängt wurden, wird vom Naturschutz ihre Vermehrung angestrebt.
Aus den Untersuchungen sollen Modelle abgeleitet werden, die Vorhersagen über die Auswirkungen von Veränderungen des Wasserhaushaltes am Flusslauf auf die Waldbestände zulassen. Da Sämlinge besonders empfindlich sind, werden Wachstum und Überflutungstoleranz von Jungpflanzen genauer untersucht. Für die Eiche konnte eine sehr hohe Überflutungstoleranz belegt werden. Um die Bestände der auentypischen Feld- und Flatter-Ulmen, die in ihrem Bestand stark bedroht sind, besser schützen zu können, werden deren Fruchtausbreitung und genetisches System untersucht. Die Untersuchungen ergaben, dass neben Überflutungen vor allem sommerliche Trockenperioden für die Bäume zu Stresssituationen mit vermindertem Wachstum und eingeschränkter Wasseraufnahme führen.
Neben der Entwicklung der Bäume und der Analyse der Naturverjüngung wird auch die Bodenvegetation untersucht. Anhand dieser können die langfristig entstandenen, sich kleinräumig ändernden Ausprägungen des Auenwaldes unterschieden werden, um die Behandlung an die speziellen Verhältnisse anzupassen. Die Erkenntnisse des Projektes sollen vor Ort tätigen Praktikern eine nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtete Bewirtschaftung dieser Gebiete ermöglichen.
Das Projekt wurde durch eine Zusammenarbeit der Technischen Universität Dresden, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe realisiert.